Chiropraktik und Schlaganfall: Was sagen die Studien?
- renegroiss
- 19. Nov. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Das Thema Schlaganfall im Zusammenhang mit chiropraktischen Behandlungen, besonders Manipulationen an der Halswirbelsäule, sorgt immer wieder für Diskussionen und Unsicherheiten. Viele Patienten fragen sich: Besteht wirklich ein erhöhtes Risiko? Aktuelle wissenschaftliche Studien und Expertenmeinungen zeigen, dass diese Befürchtungen weitgehend entkräftet sind, wenn die Therapie professionell und vorsichtig durchgeführt wird.
Risiko Schlaganfall bei chiropraktischer Behandlung – die Fakten
Groß angelegte epidemiologische Studien belegten, dass Schlaganfälle nach chiropraktischen HWS-Manipulationen nicht häufiger vorkommen als nach einer gewöhnlichen Arztkonsultation oder alltäglichen Kopfbewegungen. So zeigt eine Studie aus dem Jahr 2016, die 15.523 Schlaganfallfälle untersuchte, keinen signifikanten Unterschied zwischen Patienten, die einen Chiropraktiker oder einen Allgemeinmediziner aufgesucht hatten. Die meisten dieser Fälle betreffen Personen mit bereits vorgeschädigten Wirbelarterien (Dissektionen), welche häufig bereits vor der Behandlung Symptome zeigten, wie Nacken- oder Kopfschmerzen, die sie zum Arztbesuch führten.
Zudem besteht laut einer Querschnittsuntersuchung der International Federation of Orthopedic Manual Physical Therapists kein erhöhtes Risiko für ischämische Schlaganfälle durch chiropraktische Manipulationen im Bereich der Carotisarterien. Es bleibt jedoch wichtig, Risikopatienten sorgfältig zu identifizieren, da Verletzungen der Vertebralarterien nicht vollständig ausgeschlossen werden können.
Chiropraktik heute – sicherer und wissenschaftlich fundiert
Moderne Chiropraktik verwendet vor allem sanfte, präzise und evidenzbasierte Techniken. Diese reduzieren das Risiko für Komplikationen signifikant. Chiropraktiker führen vor Behandlungen eine umfassende Anamnese und neurologische Untersuchung durch, um mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und individuell angepasste Therapien zu wählen.
Expertenmeinungen und wissenschaftliche Stimmen
Heidi Haavik, eine renommierte Forscherin im Bereich der Neurowissenschaften und Chiropraktik, betont in ihren Studien die sicherheitsorientierte Praxis der Chiropraktik und weist darauf hin, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen moderner chiropraktischer Behandlung und Schlaganfällen wissenschaftlich belegt ist. Haavik unterstreicht zudem, dass chiropraktische Justierungen das Nervensystem positiv beeinflussen und dabei helfen können, Schmerzen zu lindern, ohne das Risiko einer Schlaganfallkomplikation zu erhöhen.
Weitere wissenschaftliche Stimmen bestätigen, dass die Risikobewertung differenziert betrachtet werden muss: Ein Schlaganfall im zeitlichen Zusammenhang mit einer chiropraktischen Behandlung ist extrem selten und meist durch bereits bestehende Gefäßschäden verursacht.
Fazit: Chiropraktik und Schlaganfall – keine Korrelation
Das Schlaganfallrisiko bei chiropraktischen Halswirbelmanipulationen ist nach aktuellen Studien äußerst gering und wird vielfach überschätzt. Die sorgfältige ärztliche Voruntersuchung, die Auswahl der richtigen Technik und ein erfahrenes Behandlungsteam sind entscheidend für die Sicherheit. Chiropraktik ist eine wertvolle Therapieform, die Rückenschmerzen und Bewegungsstörungen wirksam behandeln kann – ohne ein unvertretbares Risiko für Schlaganfälle.






